Darum geht es

Die Erste. Für Alle. Das ist Kolostrum.

Kolostrum ist die oft gelbliche Muttermilch in den ersten Tagen der Geburt, die innerhalb von zehn bis vierzehn Tagen allmählich zu reifer Muttermilch wird.

Babyfreundliche Krankenhäuser unterstützen Mütter, ihren neugeborenen Kindern diese erste Muttermilch nach der Geburt zu geben und ermöglichen vielfältige Stillgeschichten.

Informationen zu dieser ersten Milch für alle Neugeborenen gibt es auf der Kolostrumkarte und die Möglichkeit diese Karte hier zu bestellen.

Darum gibt es die Kolostrumkarte

Ich habe die Kolostrumkarte als Teil meiner Facharbeit im Rahmen meines Examens zur IBCLC Still- und Laktationsberaterin entworfen und produziert.

Das Wissen von Müttern und Vätern zur Beschaffenheit der ersten Muttermilch und zum Stillbeginn ist teilweise gering und manchmal nicht richtig. Mein Ziel war, das zu ändern.
Der Vater eines Kindes bzw. der Partner einer Mutter kann ein wichtiger Unterstützer beim Stillen eines Kindes sein. Daher ist das Stillwissen von Vätern hier genauso wichtig, wie das von Müttern.

Die Kolostrumkarte ist ein praktisch benutzbares Arbeitsergebnis, das sowohl Eltern und Kindern den Stillbeginn erleichtert, sowie meine Kolleginnen und mich bei der Arbeit rund um den Stillbeginn unterstützt.

In einer von mir produzierten Hörinformation spreche ich über alles, was Kolostrum an guten Eigenschaften für ein Neugeborenes hat, sowie darüber, wie sich die Entwicklung der Milchmenge in den ersten 14 Tagen verändert.

Einsatzmöglichkeiten für die Kolostrumkarte

Am schönsten wäre es, wenn die Kolostrumkarte so früh wie möglich, schon bei der Feststellung einer Schwangerschaft von Hebamme oder Gynäkologin / Gynäkologe zusammen mit dem Mutterpass überreicht werden würde. Das ist sinnvoll, da jede schwangere Frau sich früh Gedanken zur Ernährung ihres Kindes macht und eine erste Entscheidung trifft. Einer der nächsten Termine für die Schwangerenvorsorge wäre ebenfalls denkbar, wenn das Thema Ernährung des Babys nach der Geburt angesprochen wird und die Ernährung in der Schwangerschaft ebenfalls ein Thema der Beratung ist.

Bei der Geburtsvorbereitung zum Thema Stillen und Wochenbett wäre die Karte gut einsetzbar. Das Überreichen der Kolostrumkarte beim Klinikinformationsabend mit Informationen zum Bonding, erstem Anlegen und Besuchern auf der Wochenstation wäre eine gute Möglichkeit für Babyfreundliche Krankenhäuser, um ihre Arbeitsweise zu erläutern.  Das Gespräch mit der Hebamme zur Anmeldung  in der Geburtsklinik kann als regelmäßiger Zeitpunkt für Thema Stillen als die natürliche Ernährungsweise für ein Baby zusammen mit dem Überreichen der Kolostrumkarte gewählt werden.

Spätestens nach der Geburt entweder im Kreißsaal oder auf der Wochenstation könnte die Karten zusammen mit den ersten Stillinformationen und bei der Unterstützung des Stillens in den ersten zwei Tagen überreicht und genutzt werden. Da die Karte viele Informationen enthält über die in Babyfreundlichen und anderen Krankenhäusern in den ersten Tagen immer wieder gesprochen wird, sind hier die ersten Grundinformationen zu Kolostrum, der Stillhäufigkeit und der Entwicklung der Milchmenge enthalten zum immer Wiederanhören über die QR-Codelesefunktion eines Smartphones zusätzlich und auch unabhängig von einer betreuenden Kollegin.

Zeichnet sich bei einer Risikoschwangeren eine baldige Frühgeburt ab, könnte eine erste Information zur Wichtigkeit von Kolostrum / Muttermilch für ein Frühgeborenes erfolgen und den Möglichkeiten eine gute Milchbildung zu erreichen in dieser Situation.

Auf der Neonatologie könnte die Karte den Eltern überreicht werden zusammen mit einer Anleitung zur Kolostrummassage und zum Abpumpen, um Frühgeborene und kranke Neugeborene mit Kolostrum zu versorgen und um eine Milchbildung bei der Mutter in Gang zu bringen.

Eine Mutter mit primärem Wunsch abzustillen nach der Geburt, könnte Informationen zur Möglichkeit der Kolostrumgabe in den ersten Stunden, Tagen nach der Geburt erhalten zusammen mit Informationen und einer Beratung, was für sie der geeignete Weg zum Abstillen wäre. Dieser Wunsch wird zum Teil bei der Anmeldung zur Geburt geäußert oder bei der Aufnahme vor der Geburt im Kreißsaal oder direkt nach der Geburt oder bei der Verlegung auf die Wochenbettstation geäußert.

Beim Unterricht von Fachpersonal zum Thema Stillbeginn oder zum Thema Ernährung wäre die Karte ebenfalls einsetzbar.